| T-Mobile Innovationspreis für Holzlogistik per Funkchip |
| 23/10/2006 - 17:55 |
Das Holzlogistik-Projekt von Thurn und Taxis Waldpflege, Harsch-Holztransporte und FMS Forstservice GmbH sowie Wilwerding DataCargo GmbH machte beim erstmals ausgeschriebenen "Innovationspreis Mobilität Mittelstand" das Rennen. Aus insgesamt 80 Bewerbungen wurden zunächst 20 Finalisten ausgewählt, die T-Mobile in der Projektphase mit Hard- und Software bei der Realisierung ihrer Konzepte unterstützt. Bei der Wahl der Preisträger legte die, mit neutralen Branchenvertretern besetzte Fachjury, besonderen Wert auf die Wirtschaftlichkeit sowie die schnelle und praxisnahe Umsetzbarkeit der Projekte. Der erste Preis ist mit 10.000 € dotiert.
Werden Mobiltelefone die teueren mobile Datenerfassungsgeräte (MDE) überflüssig machen? Das von Wilwerding dataCargo entwickelte TDIS MEX (TimberDataInterchangeSystem MobileExchange) ermöglicht den Austausch sämtlicher Polterdaten per Mobiltelefon zwischen Einsatzleiter, Fuhrunternehmer und Holzindustrie. Vorraussetzung ist ein Mobiltelefon mit Near Field-Communicationstechnologie (NFC), das den an Holzpolter angebrachten RFID-Transponder auslesen kann. Im Gegensatz zu dem mit dem KWF-Innovationspreis 2006 ausgezeichneten RFID-Projekt von Dr. Sven Korten, TU München und Wahlers Forsttechnik wird allerdings nicht jeder einzelne Stamm mit einem RFID-Transponder versehen, sondern nur ein "Etikett" pro Polter.
Der Einsatzleiter, Forstunternehmer oder Revierförster kann beispielsweise folgende Daten and Holzindustrie und Frächter per Mobiltelefon via Server übermitteln: Sortimentslisten, Status Quo der bereits aufgearbeiteten Mengen oder Geodaten über den Lagerort. Der Fuhrunternehmer kann mit seinem NFC-fähigem Telefon ebenfalls den Chip am Polter auslesen und bei Teilladungen die ungefähre Lademenge an das Sägewerk, die Holzwerkstoffindustrie oder das Papierwerk übertragen. Alternativ lassen sich statt der Funkchips auch 2D-Barcodes am Holzpolter anbringen, die mit einem normalen Fotohandy gescannt werden können.
Das Holzlogistik-System konnte sich gegen Projekte aus dem Gesundheitswesen, der Wohnungswirtschaft und der Nahrungsmittelindustrie durchsetzen. Die Jury lobte, dass die Wilwerding-Lösung moderne Mobilfunk-Technologie wie die Funkerkennung über NFC (Near Field Communication) und RFID sowie die Satellitenortung per GPS (Global Positioning System) miteinander vereint.
Praktiker äußern sich nichts desto trotz skeptisch über das System. Sobald der Stamm mit dem Transponder abtransportiert sei, könne das Polter nicht mehr identifiziert werden. "Ich würde mir wünschen, jeden Stamm meiner Waldbauern von der Ernte bis ins Sägewerk verfolgen zu können", favorisiert ein bayerischer FBG-Geschäftsführer das System von Korten/Wahlers.
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| (IHB, Foto Wilwerding) |
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