Neue Wege in der Energieholzbereitstellung geht Timberjack mit dem Restholzbündler 1490D. Das Prinzip ist einfach und aus der Landwirtschaft bekannt: Wie bei der Strohballenpresse wird das Material endlos komprimiert und mit Bändern zu Paketen von maximal 75 cm Durchmesser verschnürt. Mit der Kettensägen-Einheit lässt der Bediener prozessorgesteuert die Bündel auf die gewünschte Länge schneiden, üblicherweise 3,2m.
Das Aggregat ist zusammen mit einem 10m -Kran auf dem Chassis eines Harvesters 1410D montiert. In Skandinavien sind die Maschinen seit drei Jahren im Einsatz und verarbeiten das Restholz nach dem Holzeinschlag direkt im Bestand. Die Arbeitsproduktivität der Maschine liegt bei 20-30 Bündeln pro Stunde. Mit konventionellen Forwardern können die Pakete zur Waldstraße geliefert werden. Zum Transport ins Heizwerk passen 60-70 Bündel auf einen Kurzholz-Zug.
Jedes Bündel wiegt zwischen 450kg und 650kg und enthält 1-1,5Megawatt-Stunden (MWh) Energie ( Energiegehalt: Zusammenhang zw. Volumen, Gewicht und Wassergehalt).
Darin besteht nach Ansicht von Arne Bergmann, Operations-Manager für Europa bei Timberjack, auch der größte Vorteil der Bündelung: Im Vergleich zu losem Hackgut wird durch das Komprimieren eine wesentlich höhere Dichte erreicht. Dementsprechend kann pro Transporteinheit mehr Biomasse transportiert werden (s. Tab.1). Gleichzeitig wird die Transportlogistik vereinfacht: Es kommen herkömmliche Forstmaschinen und Holz-LKWs zum Einsatz und der Containertransport wird entbehrlich.
Natürlich sollen die Einsatzmöglichkeiten nicht nur auf Nadelholz beschränkt bleiben. In Frankreich, Italien und Spanien hat Timberjack Tests mit verschiedenen Ausgangsmaterialien durchgeführt. Es zeigte sich, dass der 1490D auch Laubholz problemlos verarbeitet. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich Pappel oder Eiche handelt, sogar wenn das Material vorher schon stark abgetrocknet war.
Bei den Arbeitsverfahren sind verschiedene Alternativen denkbar: Da die Maschine sehr breit baut und die Pakete seitlich auswirft, empfiehlt es sich bei schmalen Rückegassen den Schlagabraum mit dem Forwarder vor der Bündelung an die Waldstraße zu liefern. Große Mengen an Material ließen sich beim überregionalen Sturmholzeinsatz bearbeiten. In Energieholzplantagen muss man die Bäume nur umschneiden und packt sie dann gleich in die Pakete. Dieses Prinzip würde sich auch für eine speziell norddeutsche Aufgabe eignen: Dort müssen viele Kilometer der sogenannten "Knicks" gepflegt werden. Das sind baumbestandene Wälle, die dort historisch bedingt die Grundstücksgrenzen markieren und eine nicht unerhebliche Bedeutung für das Energieholzaufkommen besitzen.
Für die weitere Verarbeitung ergeben sich mehrere mögliche Szenarien: entweder durchläuft das Material im Werk noch einen Stationärhacker kurz vor der Verbrennung, oder es wird direkt als Ganzes nach dem Prinzip der Zigarre verbrannt. Dabei spart man noch einen Prozessschritt.
Gerade bei größeren Heizwerken ist die Belieferung mit den sogenannten "Composite Residue Logs-CRL", den Restholz-"Stämmen" interessant. Das weltweit größte Biomasse-Kraftwerk Alholmens Kraft (Konzept in Alholmens Kraft) wie auch einige andere Kraftwerke in Finnland bedienen sich bereits dieser Technologie. Auch in Deutschland und Österreich gibt es derzeit einen Boom bei Biomasse-Kraftwerken. Das Aufkommen an Altholz wird langsam knapp. Ein großes Zellstoffwerk wie in Stendal braucht demnächst enorme Mengen an Frischholz, wobei auch große Mengen an Resthölzern anfallen werden. Unter diesen Voraussetzungen ergeben sich auch bei uns interessante Perspektiven für den Timberjack 1490D. |