| Wolfegger Forsttage: Zahmer Kampf der Harvester Giganten |
| 24/09/2006 - 15:04 |
Die 10. Wolfegger Forsttage sollten im Zeichen der Vergleichstests zwischen zwei Harvestern vom Typ Eco Log 590 und einem John Deere 1470 D stehen. Ziel: Den am ersten Tag noch eher spärlich fließenden Besucherstrom von der Konkurrenzfähigkeit des Eco Log 590C überzeugen. Was von WFW Forstmaschinen reißerisch angekündigt wurde, geriet zu einem zahmen Showduell für die Presse zwischen zwei Eco Log 590, je ein Modell mit dem neuen Waratah Kopf H290 und dem Log Max 7000. Zu einem echten Vergleichstest hätten auf jeden Fall noch die weiteren Starkholzharvester Valmet 941 und Rottne H20 gehört. Nichts desto trotz konnten Forstunternehmer sich im Gespräch mit den Fahrern die ersten Praxiserfahrungen aus erster Hand holen.
Ist der neue Waratah-Kopf H290 – erstmals auf der Interforst in München präsentiert – das ideale Aggregat für den Starkholz-Harvster Eco Log 590C? Oder gehört das 1850 kg schwere Aggregat (ohne Rotator und Pendel) doch besser auf einen Bagger? Hartmut Keller, Forstunternehmer im Dreiländer-Eck Deutschland, Schweiz und Frankreich, hat sich für das deutlich leichtere Log Max 7000 entschieden (1570 kg mit Rotator). Der Kopf hatte sich bereits auf seinem CAT 580 bewährt. "Der Gewichtsunterschied von über 300 kg bedeutet in der Praxis, einen um einen halben Festmeter dickeren Baum bei 10 m noch manipulieren zu können", rechnet Keller vor. Einen weiteren Pluspunkt sieht Keller in der geschlossenen Bauweise des Log Max 7000. Die starken Ästen der Fichten und Tannen im Süd-Schwarzwald würden in dem offenen Chassis des Waratah H290 viel zu häufig Schäden verursachen, befürchtet der Einmann-Unternehmer. Durchforstungsbestände haben am Gesamteinschlag von 3000-4000 fm/Jahr bei Keller nur einen Anteil von 10%. In den wenigen Durchforstungsfällen bevorzugt Keller aber dann den leichtere Log Max.
Bei der Vorführung konnte aber die Entastungsqualität des Log Max 7000 alles andere als überzeugen. Die WFW-Techniker hatten wohl am Tag vor der Vorführung zu viel gefeiert und vergessen, die neu aufgespielte Software an die Verhältnisse der Wolfegger Wälder anzupassen.
Noch wichtiger als das Aggregat ist für Forstunternehmer Keller aber das Pendelarm-System des Eco Log, gepaart mit der Standfestigkeit und Leistungsfähigkeit im Starkholz. "30% meiner Einsätze fahre ich quer zum Hang", berichtet Keller. Besonders in den häufigen Privatwäldern seiner Region sind Rückgassen in Falllinie eine Seltenheit. Mit Hilfe der Pendelarme steht die Maschine immer waagrecht. "Pendelarm – für mich gibt es gar nichts anderes", sagt Keller. Nach 250 Betriebsstunden kann er bereits das wichtigste Fazit ziehen: Der Umstieg vom CAT 580 auf den Eco Log 590 C hat sich für ihn gelohnt. Besonders bei maximaler Reichweite von 10 m könne das neue Modell seine Vorteile ausspielen.
Die einfache Bauweise und die hohe Vorschubkraft von 39 kN des Log Max 7000 sind auch für Michael Hoffmann, Hövels im Sauerland, ein wichtiges Argument. Wie Keller zählt Hoffmann zu den ersten Käufern eines Eco Log 590C in Deutschland. In den steilen Hängen des Sauerlandes kann der Harvester die 255 kNm Brutto-Hubmoment (170 kNm netto) sowie 47,5 kNm Schwenkmoment des Kran gut einsetzen.
Die automatische Traktionskontrolle, vergleichbar der Anti-Schlupf-Regelung bei Autos, trägt zur der im Bergland wichtigen Bodenschonung und Traktion bei.

Drei Harvesteraggregate im Vergleich: Deutlich zu erkennen die geschlossene Bauweise des Log Max (Mitte)
"Ich bin noch hin und her gerissen zwischen dem Logmax 7000 und dem Waratah H290", bekennt Wolfgang Schmid. Der Unternehmer aus Seeg im Allgäu wird ab Mitte Oktober seinen Fuhrpark um einen Eco Log 590 C erweitern. Bislang sind bei ihm ein MHT 18002 HVT mit Waratah H470, ein Tigercat H16 – ebenfalls mit Waratah H470 – sowie ein Hemek Forwarder F14 im Einsatz. Für das H290 sprechen für Schmid "Kraft und Stabilität." Schließlich liegt der Vorschub mit 41,6 kN an der Spitze im Vergleich mit Mitbewerbern. Die Kraft ermöglichen ähnlich wie beim Log Max 7000 Verstellmotore mit einem variablen Schluckvolumen von 1404 ccm bis 1050 ccm. Das höhere Gewicht stellt für den Allgäuer Unternehmer keinen Nachteil dar: "Mit so einem Kopf muss man eben mit Kopf arbeiten."
Von dem Schaukampf der beiden Eco Log Harvester ließen sich weder der Fahrer des John Deere 1470, Roland Kleber, als auch der Besitzer, Forstunternehmer Michael Broß, aus der Ruhe bringen. "Der entscheidende Punkt pro John Deere ist einfach der Kaufpreis", verweist er auf die 430.000 € Anschaffungspreise des Eco Log. Die Kombination John Deere 1470 mit Harvesterkopf John Deere H270 ist für Broß die ideale Kombination. Obwohl in seinem Haupteinsatzgebiet, dem Schwäbisch-Fränkischen Wald Starkholz keine Seltenheit ist, erfülle der John Deere für sein Einsatzgebiet alle notwendigen Anforderungen.

Das Maßband soll bei der Reichweite Klarheit bringen – für Forstunternehmer Michael Broß (re.) sind 11 m entscheidend, für Hartmut Keller (li.) ist der Log Max 7000 der optimale Kompromiss zwischen Leistung und Gewicht
So will sich Forstunternehmer Broß bei der Kranreichweite nicht durch ein übermäßig großes Aggregat einschränken lassen. Mit dem HTH270 stehen die vollen 11m zur Verfügung. "Einzelne Starkholzstämme sind kein Problem, das Optimum liegt bei BHD 40cm", berichtet er aus der Erfahrung von 900 Betriebsstunden mit dem neuen Modell. Für überstarkes Holz ist Broß mit einem John Deere Skidder 548 GIII gerüstet, der die Kurzholztechnik (Timberjack 1270 D und John Deere 1110 D) ergänzt.
Fazit: Spektakulärer Showeinlagen sind nicht alles, um Kunden zu überzeugen.
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| (IHB Michael Fehrle Fotos: Fehrle) |
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